29.Oct.2011 Reverse Engineering

Reverse engineering

Wer sich bei Musik nur auf das Hören beschränkt, der wird bei Reverse Engineering mit Bild und Ton verwöhnt.Die beiden DJs stehen auf der Bühne im weißen Chemie Anzug mit Gasmaske. Marschiermusik wird eingespielt mit Beat und Rauschen im Hintergrund.

Neben den beiden DJs, die in der Mitte auflegen, läuft rechts und links eine Projektion von verschiedenen Videos und Bildern.
Auf den ersten Blick scheinen die Bilder unwillkürlich ausgewählt. Telefon, Fernsehen, Kraftwerke, Eisenbahnen, Schienen, Supermärkte, …. Gezeigt aber wird die industrielle Revolution. Die Musik gibt wie üblich den Ton an und bei jedem größeren Sprung in der Mediengeschichte gibt es einen Übergang zum nächsten Lied.

Gesellschaftskritisch überzeugen vor allem Bilder der Massenproduktion. Konstruktionen von riesigen Wolkenkratzern, „Client suivant“, Fliessbandarbeit, Müllabfuhr, Atomexplosionen und Chemie. Die düstere Seite des 20. Jahrhunderts zeigt sich. Produktion, Konsum, Verbrauch. Die ganze Projektion in schwarz und weiß. Keine Farbe, keine Freude. Nur der Mensch marschiert in Massenbewegungen vorwärts. Alles was erfunden wird, muss für jeden zugänglich werden, an jeden verkauft werden. Massenkommunikation, Massenkonsumierung, Massentransport, Massenforschung, Massenheilung. Das neue Zeitalter der Masse hat begonnen.

Die Musik unterstützt diese Stimmung der Bilder, oder die Bilder unterstützen die Musik. Es scheint jedoch schwierig die Musik zu beschreiben. Durch die massenorientierten Bilder erscheint die Musik als Marschkapelle. Wiederholende Beats, Störgeräusche usw.

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28.Oct.2011 Erleuchteter Live Act von Gazelle Twin

Die Performance von Gazelle Twinzeichnete sich besonders durch die Lichttechnik aus. So war der Saal meist in Dunkelheit gehüllt, durchschnitten von zwei Taschenlampenkegeln der Lead Sängerin. Doch auch die Kostüme konnten sich sehen lassen, so etwa die perückenähnlichen Kopfbedeckungen.

Dumpfe Bässe umrahmten den Live-Act, ein fast schon bedrückender aber einhüllender Sound füllte den Konzertsaal. Schade nur dass die erwarteten Visuals fehlten. Sie hätten das von Elizabeth Walling kreierte alte ego komplettiert…

 

Elizabeth Walling und Gazelle Twin im Gespräch: http://blog.shiftfestival.ch/?p=156

über architektur tanzen

Vielleicht liegt es an meinem Kunstgeschichte-Studium. Von Semester zu Semester wird klarer, dass für denjenigen und diejenige, der bzw. die sich mit Bildern befasst, die Sprache nicht nur unverzichtbares Werkzeug, sondern auch grösster Widerstand ist. Über Jahre erarbeitet man sich eine Fachterminologie, um zu diskutieren, was sich einem da zeigt, und zugleich über Voraussetzungen und Möglichkeiten des eigenen Sehens zu reflektieren.

Wie aber jene akustischen Phänomene benennen, deren Elemente zu gleicher Zeit auf einen einwirken, sich in der Zeit unterschiedlich entwickeln, sich überlagern und gegenseitig beeinflussen? Während der Mediensprung vom Bild zum Text schon in der Antike als eigene literarische Gattung (die Ekphrasis) fruchtbar gemacht worden ist, sind die Grenzen der Musikkritik sozusagen offiziell anerkannt („Über Musik zu reden ist wie über Architektur zu tanzen.“ – Frank Zappa).

Frank Zappa by berk24

Wie also umgehen mit jenem dritten „Basismedium“, das einen mit nichts konfrontiert, da man nichts vor sich hat? Einen Klang hat man um sich, einen Ton im Ohr, den Beat in den Beinen, den Bass im Bauch. Das oft als Hauptschwierigkeit identifizierte Charakteristikum des Tons, seine Flüchtigkeit, ist mit den heute verfügbaren technischen Mitteln der Aufnahme und Wiedergabe zu bewältigen. Und eine akustische Sequenz in eine andere, nämlich eine Folge von sprachlichen Lauten bzw. schriftlichen Lautzeichen zu übertragen scheint vor allem eine Fleissaufgabe zu sein.

Doch wie das Auge, so will auch das Ohr geschult sein. Was umso mehr Disziplin erfordert, als sich die Ohrmuscheln nicht gezielt auf etwas richten und Gehörgänge nicht ohne weiteres verschliessen lassen. Es gibt viel aufzuholen. Ab ans Konzert.

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Screening – Die Stimme aus dem Off

„Bilder bekommen Bedeutung erst durch die Sprache“ sagt Sandra Naumann, freie Kuratorin und Medienwissenschaftlerin aus Berlin, und belegt dies sogleich mit einer Auswahl an Kurzfilmen, welche sich alle dem Mittel der Off-Stimme bedienen.

So etwa Peter Kubelkas „Unsere Afrikareise“ (1966), welches als Ausgangspunkt ein herkömmliches Ferienvideo zu Grunde liegt. Kubelka nahm jedoch die Mühe auf sich, die Ton- und Bildspur voneinander zu trennen, diese zu zerstückeln und neu anzuordnen. So entwickelt sich aus dem simpel strukturierten Hobbyfilm ein skurriles, chronologisch verstreutes Werk, dessen Szenen eine vollkommen neue Bedeutung erlangen, wenn etwa die Tonspur der Löwenjagd über das Bild eines  durch die Steppe rennenden Eingeborenen gelegt wird. Dies schaut auf den ersten Blick durchaus amüsant aus, hält allerdings auch den Spiegel der Zeit vor, in welcher der Film herauskam. Denn es wäre in der Form wohl kaum mehr möglich in der heutigen Zeit eine Szene zu verantworten, in der hobbymässig Jagd auf indigene Völker gemacht wird.

Wesentlich unproblematischer geht es dann aber bei John Smiths’ „The Girl Chewing Gum“ (1976) zu und her. In dessen Film wird eine herkömmliche Strassenszene nachgestellt, obwohl nachgestellt nicht unbedingt der korrekte Ausdruck ist. Was wir sehen ist eine einzige Kameraeinstellung, welche den realen Verkehr auf einer Strasse in der Stadt festhält – an sich eine doch ziemlich uninteressante Angelegenheit. Dann jedoch macht sich die Stimme aus dem Off bemerkbar und wir stellen sofort fest, dass die Szene alles Andere als natürlich sein kann, da aus dem Off nämlich Regieanweisungen ertönen, welche quasi dem Bild vorgeben, was als nächstes auf dem Bildschirm erscheinen soll. Die Szene ist insgesamt 10 Minuten lang und wenn man in der Mitte angekommen ist, fragt man sich je länger je mehr, wie es möglich ist, eine so lange Szene so perfekt zu inszenieren. Der Clou daran ist nämlich, dass die Stimme aus dem Off nur vorgibt der Regisseur zu sein und die Strassenszene am Ende doch nicht gestellt ist, sondern doch wie eingangs vermutet der Realität entnommen wurde. In der Tat wurde jede einzelne Aktion der Strassenszene bis ins kleinste Detail analysiert, so dass die Off-Stimme jeweils zeitlich kurz vor dem ins Bild treten der Fussgänger und Autos ankündigen kann, was demnächst passieren wird. Der Zuschauer wird also gleich doppelt auf die Schippe genommen, was einmal mehr verdeutlicht, wie leicht der Mensch doch manipulierbar ist.

Ein letzter Film der hier genannt werden soll ist „Telling Lies“(2000) von Simon Ellis. In seinem kurzen Werk lauschen wir den Telefongesprächen von Phil. Die Gespräche werden in Textform auf der Leinwand wiedergegeben.  Phil hat Frauen sehr gerne, telefoniert er doch in kürzester Zeit  gleich mit mehreren Exemplaren des weiblichen Geschlechts, welche sogleich auch seine Bettgespielinnen sind (mit Ausnahme seiner Mutter). Der Kniff an Ellis Film ist, dass der Text auf der Leinwand nicht das wiedergibt, was die Telefonteilnehmer sagen, sondern was sie denken. Ellis hält somit den Zeigefinger auf all die Gutmenschen, die der Meinung sind, der Mensch ginge ohne Lug und Trug durchs leben.

Alles in allem bot das Screening einen interessanten, grösstenteils höchst amüsanten Blick auf die Möglichkeiten, welche die Off-Stimme bietet. Gleichzeitig ist es jedoch auch ein Denkanstoss, wie sehr wir doch manipulierbar sind.

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Workshop – Der !!!Krachmacher!!!

 

 

Nicht nur Kunst- und Musikbegeisterte kommen beim diesjährigen Shift auf ihre Kosten; für die praktisch veranlagten und experimentierfreudigen Besucher steht ein Workshop zur Verfügung. Er verspricht vieles für leidenschaftliche Bastler und Tüftler. So dürfen sich sowohl Kinder als auch Erwachsene mit elektronischen Bauteilen, Schaltungen u.a. auseinander setzen. Es warten Batterien, Kabel, haufenweise Chips, LEDS, Lautsprecher und andere Teile darauf verbaut zu werden.

Es stehen verschiedene Geräte zur Auswahl so etwa ein Krachmacher (der Bestseller), ein Solarvogel oder eine Lichtorgel.

All diese Bauteile sorgen dafür, dass der Krachmacher ordentlich Krach macht. Wird dann noch ein kleiner Lautstärker dran gekoppelt erklingt noch mehr Ton, oder besser gesagt Krach!

Es geht aber vor allem darum zu basteln. Wer sich in den Workshop an den Tisch sitzt und erstmal die Teilchen zusammen gesucht hat, sich die Gebrauchsanweisung anschaut und dann anfängt zu löten, fühlt sich ganz als Techniker und Architekt seines neuen Krachmachers. Die Spannung und die Gier entstehen und der Wunsch danach sein fertiges Produkt hergestellt zu haben wird grösser. Am Schluss dringen ungewöhnliche und ohrenbetäubende Geräusche aus dem kleinen Lautsprecher und das angebaute LED blinkt im Takt der Töne.

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Peter Keene // Mensch Stimme Licht

Für einen Moment ist es dunkel, wenn man den Ausstellungsraum von Peter Keenes Installation „Raoul Hausmann Revisited (2004)“ betritt. Doch mit der ersten Bewegung im Raum beginnt Keene Installation zu sprechen, stöhnen, schreien, blinken, pfeifen, summen. Peter Keene, der Tüftler, Experimentator, Wissenschaftler, Musiker und Künstler, wie er sich selbst beschreibt, hat dort eine Medienanordnung geschaffen, die den Betrachter mit einbezieht und ihn zugleich mit der Frage konfrontiert, „was tut sich hier?“. Diese Interaktion zwischen Betrachter bzw. User und Maschine ist eben das Besondere an Medienkunst.

Bei „Raoul Hausmann Revisited (2004)“ handelt es sich um die Weiterentwicklung des Optophon von Raul Hausmann, dass in den 1920er Jahre erfunden wurde. So wie Betrachter und Maschine in Korrespondenz zueinander stehen, gibt es einen Zusammenhang zwischen Visuellem und Auditivem. Aber was passiert dort nun?

Sobald man den Raum betritt aktiviert man über einen Bewegungsmelder die Installation. Wie man feststellt gibt es dann aber keine weitere Interaktion zwischen Kunst und Betrachter. Die erzeugten Geräusche, Stimmen und Farbbilder hängen also in keiner Weise von seinen eigenen Bewegungen oder Geräuschen ab. Man kann also zappeln und schreien so viel man will – es hat keinen Einfluss. Das ist vielleicht ein bisschen schade.

Spannend ist aber, dass man schnell feststellt, dass Licht und Geräusche gekoppelt sind und aufeinander zu reagieren scheinen. Schwer aber die Frage, ob Licht Geräusche erzeugt oder Geräusche die Lichtentwicklung beeinflussen. Sicher ist, dass drei Lochkarten-ähnliche Rollen Licht in drei Farben durchlassen und diese Lichteffekte dann durch Brenngläser auf eine Membran übertragen werden. Dabei bewegen sich die Lichter passend zu den Geräuschen mal schneller und mal langsamer. Diese Lichteffekte werden von einer Art Kamera wieder aufgefangen. Geht es noch genauer?

Medienkunst ist nicht immer einfach zu verstehen, darum gibt der Künstler auf seiner eigenen Website Hinweise zu dem Optophon. Wie es nämlich scheint, werden die optischen Farbsignale wieder eingefangen und erzeugen durch Oszilatoren und Stromspannungskontrollierte Filter wie in Synthesizern neue Töne, die in das System wieder eingespeist werden. Kein Wunder, dass Hausmann diese Maschine nie realisierte, sondern Keene der erste war, der sie erbaute.

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Elizabeth Walling und Gazelle Twin im Gespräch – Konzert heute 21:30

Der Soundcheck von Gazelle Twin am heutigen Nachmittag verspricht ein lautes Konzert für heute Abend. Hinter dem teils doch recht düsteren und ganz klar kraftvollen Sound von Gazelle Twin steckt eine erstaunlich zierliche Frau. Ich habe mich mit Elizabeth Walling unterhalten und nach dem gefragt, was Gazelle Twin ist.

Gazelle Twin sollte ein bewusst elektronisches Projekt werden. Einerseits weil Elizabeth einen klaren Kontrast zu ihrem klassischen Hintergrund (sie hat klassische Musik studiert) bilden wollte, andererseits weil sie schon als Kind von Science Fiction Filmen, den frühen Synthesizern und analogen elektronischen Instrumenten beeinflusst wurde. Obwohl Gazelle Twin ausschliesslich digitale Instrumente und Geräte verwenden, versuchen sie immer ihre Sounds „analog klingen“ zu lassen, sprich Klänge zu erzeugen, denen es nicht an Textur und Dynamik fehlt.

Wenn über Gazelle Twin gesprochen wird, dann nicht nur über ihre Musik, sondern auch über ihre Performance, ihr visuelles Auftreten und ganz besonders über die Kostüme. Elizabeth gestaltet all ihre Kostüme selbst. Sie bezeichnet das Auftreten in Kostümen als eine Notwendigkeit, die sich aus ihrer eigenen Unsicherheit entwickelt habe: Ihre Musik sei schon laut und ziemlich dramatisch gewesen, bevor sie ihr den Namen „Gazelle Twin“ gab. Als eine, wie sie sagt, sehr scheue Person hatte es sich für Elizabeth nicht richtig, nicht natürlich angefühlt diese Art von Musik als sie selbst aufzuführen. Es mussten also Kostüme her, die zu ihrer Musik und ihrer Ästhetik passten. Die Kostüme entstanden also aus einer Notwendigkeit heraus.

Bei Gazelle Twin, so Elizabeth, geht es mehr um eine Atmosphäre als um sie als Person. Sie möchte sich als Person verstecken, weder weiblicher noch männlicher Künstler sein, sondern einfach nur… Künstler. Es geht immer um ein aktives Verdecken des Körpers.

Elizabeth Walling ist dann heute Abend um 21:30 wohl nicht in der Konzerthalle zu sehen – dafür aber ihr Alter Ego Gazelle Twin.

Zur Konzert-Review: http://blog.shiftfestival.ch/?p=188

Interview with Maayan Sheleef (CCA Tel Aviv)

Shift invited the CCA to Basel this year as guest institution. The Centre for Contemporary Art Tel Aviv exhibits 4 student works in the basement of the festival centre. I talked with Maayan Sheleef, the curator who chose the works, and Friederike Stangier, who got Shift and the CCA together.

Listen in to find out why israeli artists favour video art, the protest camps in Tel Aviv and why it’s a good idea to see the exibits even if you’re sleepy.

If you’re at Shift right now, check the performances by Tzion Hazan: Friday (today) at 6pm and tomorrow again at 6pm!

Interview Mayaan Sheleef CCA Tel Aviv

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The History of the Typewriter recited by Michael Winslow

Ignacio Uriarte erzählt die Geschichte der Schreibmaschine auf eine besondere Art. 62 verschiedene Modelle von unter anderem IBM, Continental Standard, Imperial Mode 60 oder Halda nimmt er auf und lässt Michael Winslow die Geräusche des Tippens der Schreibmaschine imitieren.

Von 1895 bis 1980 geht die Geschichte der Schreibmaschine. Faszinierend scheint die Performance von Michael Winslow. Die Meisten sollten ihn aus den Police Academy Streifen wiedererkennen. Denn auch hier hat er die Zuschauer bereits mit seinen verrückt-kreativen Stimm- und Geräuschimitationen zum Staunen gebracht. Hier noch ein kleines Video wie er heute tätig ist.

 

Die Leistung von Winslow ist herausragend. Obwohl das Originalgeräusch der verschiedenen Schreibmaschinen nicht zu hören ist, klingt die Imitation Winslows eindeutig gleich. Wer sich die Kopfhörer anzieht und die Augen schliesst, dem wird der Beweis geliefert. Manche klingen schneller, andere langsamer. Die Stimme des Menschen wird mechanisch. Individualität zeigt sich nur in den verschiedenen Modellen von Schreibmaschinen.

Wer länger beobachtet merkt, dass Winslow seine eigene Technik hat. Winslow benutzt zwei Mikrofone in welche er die Sounds nachproduziert. Manchmal hält er die Mikrofone nah am Mund, manchmal weiter weg, von Zeit zu Zeit benutzt er nur eines, die Mikrofone überkreuzen sich manchmal oder sie befinden sich regelrecht im Mund des aussergewöhnlichen Klang-Imitators.

Interessant scheint vor allem die Kombination Mensch-Maschine. Mehr als ein halbes Jahrhundert war die Schreibmaschine Symbol für zunehmende Bürokratie in unserer Gesellschaft. Dem Menschen hat sie eine Menge Arbeit erleichtert. Bis sie dann vom Computer langsam aber sicher ersetzt wurde. Die Schreibmaschine darf aber hier nicht für sich selber sprechen, sondern ihre Geschichte wird von dem erzählt der sie erfunden hat, dem Menschen, hier in der Person von Winslow. Dadurch wird noch mal deutlich, dass sie als Massenmedium so gut wie sicher von der Bildfläche unserer heutigen Gesellschaft verschwunden ist. Zu beachten gilt natürlich, dass höchstwahrscheinlich nur Winslow und ein paar andere Klang-Imitatoren diese Sounds nachimitieren könnten.

Die Geschichte der Schreibmaschine wird hier mal anders erzählt: lustig, humorvoll und faszinierend, wenn man Winslow beim Arbeiten zu schaut.

Auf ein Wort – die interaktive Sprechmaschine

Die Installation erinnert an eine überdimensionierte Radioantenne. Tatsächlich verbirgt sich dahinter aber eine Sprechmaschine. Michael Markert bezeichnet sein Objekt als „voice-to-pological interface for gestural navigation in linguistic space“, ein bezeichnender Name. Sinn und Zweck der Installation ist die Lautgenerierung mittels den Händen, bzw. die Kontrolle einer künstlichen Stimme.

Wie sich beim Selbsttest jedoch gezeigt hat, stellt sich dies als gar nicht so einfach heraus. Von einer Kontrolle kann zumindest bei den ersten Versuchen nicht die Rede sein. Die Hände imitieren das Öffnen und Schliessen des Mundes und mit ein wenig Übung kann man der Sprechmaschine abstrakte Worte entlocken. So weit hat es der Autor dieses Textes jedoch noch nicht gebracht… Übung macht den Meister, wohl nicht zuletzt deswegen steht bei der Erklärung der Funktionsweise „Take your Time“.

Michael Markerts Arbeit stellt eine Verknüpfung mit der Geschichte der künstlichen Stimme her. Bereits im 18. Jahrhundert forschte Wolfgang von Kempelen an Sprechmaschinen.

Bekannt wurde Kempelen vor allem durch seinen „Schachtürken“, eine Maschine welche vorgab Schach spielen zu können. In Wirklichkeit verbarg sich in der Konstruktion ein menschlicher Spieler, welcher die Spielzüge über eine als Türken verkleidete Puppe ausführte. Markerts Sprachmaschine ist auf jeden Fall ein Blick, bzw. einen Test wert.

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