27.Oct.2011 Dave Tompkins // Musik Historie zum Einstieg

Dave Tompkins at Shift Festival 2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit Dave Tompkins beginnt der musikalische Teil des Shift Festival 2011. Und wie es für das Shift Festival so üblich ist, geht es nicht nur um den reinen Hörgenuss. Es geht um Medienanordnungen, Meidenwahrnehmung und, wie bei Tompkins besonders ersichtlich, um Mediengeschichte. Der Musik-Journalist Tompkins ist natürlich ein Musik-Verrückter, er liebt Musik so scheint es, aber es geht ihm bei seinem Auftritt nicht um den Auftritt als Ganzes. Er ist kein DJ, der seinen Auftritt zelebriert. Vielmehr präsentiert er die Geschichte der Stimme in Hip-Hop- und Pop-Geschichte. Während es bei anderen DJ-Auftritten insbesondere um das Dazwischen geht, um den Übergang von einem in das andere Stück, um das Verschmelzen der Stücke, will Tompkins die Möglichkeiten der Verwendung der Stimme in der Musikgeschichte zeigen. Übergänge sind egal. In seinem Auftritt bezieht sich Tompkins dabei ganz im Sinne seines Buches „How to Wreck a Nice Beach“ der Bedeutung des Vocoders und betritt damit das Feld der elektronisch veränderten Stimme. Der Vocoder, aus „voice“ und „encoder“ (damit wird das technische Prinzip des Vocoders auf den Punkt gebracht), hatte seine erste Hochzeit im zweiten Weltkrieg als Verschlüsselungstechnologie zum überbringen von Botschaften. In den 1970er Jahren wurde er dann von Musikern entdeckt und hatte dann seinen zweiten Höhepunkt bei Musikern wie Kraftwerk, Rammellzee, Africa Bambaataa oder Michael Jackson. Tompkins geht in seinem Buch genauso wie in seinem Auftritt dabei auf diese Geschichte der „Stimme unter Strom“ ein, die sich heute im Auto-Tune zeigt. Auch wenn das Publikum für diese musikalische Dokumentation noch nicht so richtig bereit war, war Tompkins mit seinem Faible für Bass ein schöner Einstieg zum diesjährigen Shift.

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