30.Oct.2011 Non Speech – ein nachdenklich stimmendes Bild des Krieges

Die Installation besteht lediglich aus einem Röhrenmonitor, die gezeigte Videoarbeit besteht jedoch aus zwei unterschiedlichen Ebenen und ist in ihrer Form wesentlich komplexer. Der Künstler Seth Price verwendete dafür Zusammenschnitte aus US-Militär-Trainingsaufnahmen. Auf die Tonspuren der Videos verzichtete er jedoch ganz. Die zusammengeschnittenen Aufnahmen bieten einen hinreichenden Einblick in die US-Waffentechnik und wirken wie eine Propaganda des Militärs. Dies ist kein Zufall, da das Videomaterial im Zusammenhang mit der Aufrüstung nach den Anschlägen vom 11. September 2001 entstanden ist.

Price hat über die Aufnahmen eine eigene, experimentelle Tonspur gelegt. Sie steht in Spannung, bzw. in Konkurrenz mit dem visuellen Material. Die Audioaufnahmen können am besten als Stimmengewirr beschrieben werden. Sie sind unruhig, fast schon geisterhaft und schweben im Raum. Sie sind nicht klar erkenn-, oder unterscheidbar, aber sie schaffen eine bedrückende Stimmung. Ihre einnehmende und unheimliche Kraft wird durch die Installation in einem dunklen Frachtcontainer noch zusätzlich verstärkt.

Das visuelle und auditiv Element dieser Arbeit fliesst ineinander ein, durchdringt sich gegenseitig und lässt so einen ganz anderen Kontext entstehen. Aus den kühnen, kampferprobten Soldaten werden zweifelnde, vielleicht sogar schon ängstliche Menschen. Sie werden real, ihr Inneres wird wahrnehmbar, bzw. nach Aussen gekehrt.

Es scheint die richtige, wahre Seite des Krieges zu sein, dies wird erst durch die Stimmen erreicht. Ein erschreckend reales und aktuelles Bild des Krieges entsteht…

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