29.Oct.2011 Algoritmic Search for Love –and more!

                    Filmausschnitte mit dem Suchbegriff “noise”

Der globale Speicherbedarf wächst; täglich. All zwei Jahre verdoppelt sich die Masse an Informationen. Ausgedrückt in Daten sind es 2011 ungefähr 1.8 Zettabyte, laut mashable.com. Dies entspricht über 200 Milliarden HD-Filmen mit einer Länge von 120 Minuten. Wollte man sich diese ansehen (24h am Tag) benötigt man ca. 47 Mio. Jahre dafür. Zur Veranschaulichung in IPads mit 32 GB Speicher: Sage und schreibe 57.5 Mia. Geräte würden für diese Datenmenge benötigt, gestapelt würde ein Turm von 94‘000 Metern entstehen. Dies nur als Verbildlichung…

Mit der Datenproduktion geht nebst der Speicherung auch die Archivierung einher. Wie kann mit der täglich wachsenden Fülle an gespeicherten und archivierten Daten umgegangen werden?  Mit dieser Thematik beschäftigt sich die Installation von Julian Palacz. Sie benötigt dafür lediglich einen Beamer, einen Computer sowie eine Tastatur. Von Interesse ist, wie bereits dem Titel zu entnehmen ist, der von Palacz entwickelte Such-Algorithmus:

Mittels seiner Software entsteht ein neuer Zugang zu audiovisuellem Archivmaterial. Die Suchmaschine ist in der Lage, gesprochene Sprache nach einzelnen Worten, aber auch Wortfolgen zu durchsuchen. Diese wird in die Suchleiste eingegeben und wenige Augenblicke später liefert einem die Software alle Filmausschnitte, in welchen der oder die Suchbegriffe vorkommen. Zudem wird die Anzahl der gefundenen Ausschnitte angezeigt. Eine zugegeben interessante Option, vor allem wenn man die Häufigkeit bestimmter Begriffe beachtet…

Die Suche funktioniert (nach ausgiebigen Tests des Autors) einwandfrei, jedoch nur mit englischen Suchbegriffen. Die Filmausschnitte zeigen nicht direkt das gesuchte Wort, sondern setzen etwas vor dem gesprochenen Begriff ein. Der Besucher wartet also gespannt, wann sein Suchbegriff von den Schauspielern gesprochen wird.

Ein sehr interessante Arbeit von Palacz, welche sich in schon fast spielerischer Weise der Problematik der Datenspeicherung, Archivierung, vor allem aber der Suche nach archivierten Daten widmet. Und ungeheuer aktuell dazu!

Um 19.30 findet im Festivalzentrum zudem das Künstlergespräch mit Julian Palacz statt, eine sicherlich bereichernde Erfahrung für alle Interessierten. Wer mehr über ihn und seine Arbeit erfahren will schaut hier: http://palacz.at

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