29.Oct.2011 SHOUM SHOUM LEJDI O LAU

SHOUM SHOUM LEJDI O LAU PIZAT T PIZAT DIU VAN KAMAN

Der Blogger hat  nicht etwa, wie man aufgrund des irritierenden Titels meinen könnte, soeben seinen Verstand verloren, sondern kommt gerade zurück vom Screening  “Wenn des Tages laute Stimmen nicht schweigen”. Nadia Schneider Willen präsentierte eine Reihe von Kurzfilmen, welche den Fokus darauf legen, dass die Stimme nur selten als Klang losgelöst von der Sprache wahrgenommen wird.

So etwa in Lena Maria Thürings “Strings” (2011), welche den Monolog eines jungen libanesischen Mannes festhält, der über sein Leben erzählt und sinniert. Die Kamera hält dabei stets auf die Hände des Protagonisten. Der Klang der eigentlichen Sprache wird hierbei unterstützt durch die Gestik der Hände, genauer gesagt geführt. Spielt er zu Beginn noch hektisch mit einen Feuerzeug rum, macht sich dies auch in seiner Stimme bemerkbar, die merklich aggressiver, schneller und auch mit einer ordentlichen Anzahl Fluchwörtern daherkommt. Später dann, als er beginnt mit Nadel und Faden ein Tuch zu sticken, lässt die Intensität seiner Stimme deutlich nach. Er spricht überlegter und weniger emotional, da er am bestickten Tuch einerseits einen festen Griff gefunden hat und sich anderseits auf die Stickereien konzentrieren muss.

Ein weiteres Beispiel  für die Zusammengehörigkeit von Sprache und Klang zeigt Katarina Zdjelars “Shoum” (2009) auf. Darin versucht ein Serbe, der Englischen Sprache nicht mächtig, den Titel “Shout” von Tears for Fears zu transkribieren und braucht mitunter auch serbische Sonderzeichen, welche der englischen Sprache fremd sind. Am Schluss wird der Text vom Übersetzer selbst vorgesungen, eine Neuinterpretation die doch ziemlich vom Original abweicht.

 

Es war dies, zumindest aus Perspektive des Publikums, der Höhepunkt der gezeigten Kurzfilme, da er am besten wusste, den Leuten nicht nur die Beziehung zwischen Stimme und Sprache näher zu bringen, sondern diese auch köstlich zu unterhalten.

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