28.Oct.2011 Peter Keene // Mensch Stimme Licht

Für einen Moment ist es dunkel, wenn man den Ausstellungsraum von Peter Keenes Installation „Raoul Hausmann Revisited (2004)“ betritt. Doch mit der ersten Bewegung im Raum beginnt Keene Installation zu sprechen, stöhnen, schreien, blinken, pfeifen, summen. Peter Keene, der Tüftler, Experimentator, Wissenschaftler, Musiker und Künstler, wie er sich selbst beschreibt, hat dort eine Medienanordnung geschaffen, die den Betrachter mit einbezieht und ihn zugleich mit der Frage konfrontiert, „was tut sich hier?“. Diese Interaktion zwischen Betrachter bzw. User und Maschine ist eben das Besondere an Medienkunst.

Bei „Raoul Hausmann Revisited (2004)“ handelt es sich um die Weiterentwicklung des Optophon von Raul Hausmann, dass in den 1920er Jahre erfunden wurde. So wie Betrachter und Maschine in Korrespondenz zueinander stehen, gibt es einen Zusammenhang zwischen Visuellem und Auditivem. Aber was passiert dort nun?

Sobald man den Raum betritt aktiviert man über einen Bewegungsmelder die Installation. Wie man feststellt gibt es dann aber keine weitere Interaktion zwischen Kunst und Betrachter. Die erzeugten Geräusche, Stimmen und Farbbilder hängen also in keiner Weise von seinen eigenen Bewegungen oder Geräuschen ab. Man kann also zappeln und schreien so viel man will – es hat keinen Einfluss. Das ist vielleicht ein bisschen schade.

Spannend ist aber, dass man schnell feststellt, dass Licht und Geräusche gekoppelt sind und aufeinander zu reagieren scheinen. Schwer aber die Frage, ob Licht Geräusche erzeugt oder Geräusche die Lichtentwicklung beeinflussen. Sicher ist, dass drei Lochkarten-ähnliche Rollen Licht in drei Farben durchlassen und diese Lichteffekte dann durch Brenngläser auf eine Membran übertragen werden. Dabei bewegen sich die Lichter passend zu den Geräuschen mal schneller und mal langsamer. Diese Lichteffekte werden von einer Art Kamera wieder aufgefangen. Geht es noch genauer?

Medienkunst ist nicht immer einfach zu verstehen, darum gibt der Künstler auf seiner eigenen Website Hinweise zu dem Optophon. Wie es nämlich scheint, werden die optischen Farbsignale wieder eingefangen und erzeugen durch Oszilatoren und Stromspannungskontrollierte Filter wie in Synthesizern neue Töne, die in das System wieder eingespeist werden. Kein Wunder, dass Hausmann diese Maschine nie realisierte, sondern Keene der erste war, der sie erbaute.

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