Dorit Chrysler führte am heutigen Shift Talk in die Welt des Theremins ein
Ein Theremin zu spielen ist schwierig, das weiss jeder der es schon einmal versucht hat. Es ist extrem sensibel. Es sei eins der körperlichsten Instrumente, meint Chrysler, obwohl man es beim Spiel nicht einmal berührt. Und doch zählt jeder Milimeter; jede kleinste Bewegung innerhalb des Magnetfeldes wird vom Instrument registriert. Das ist auch relevant für die Haltung der Hand: Jeder sollte diese für sich selbst herausfinden. Wichtig sei, dass die Haltung bequem ist und die Hand statisch und ruhig gehalten werde.
Dorit Chryslers erste Erfahrungen am Instrument waren frustrierend: Am Anfang klinge es einfach schauerlich. Um das Theremin zu beherrschen, muss man üben, wie bei jedem andern Instrument auch.
Hier drei Übungen für den blutigen Anfänger, um sich mit dem Instrument vertraut zu machen:
1. Oktavraum einstellen: Man stellt den tieften Ton ein, am Besten in einer Position, wo man die Hand direkt am Körper hält.
2. Eine Note halten: Gar nicht so einfach, merkt man schnell. Jedes Schwanken des Körpers wird in eine Schwankung der Tonhöhe übertragen. Tipp von Dorit: Mit geschlossenen Augen üben, fördert die Intuition! Dann versuchen diese Note dynamisch zu varieren (linke Hand) : Crescendo, Decrescendo, etc.
3. Bei andern Stücken mitspielen: Über das Gehör passt man die Töne an die Musik an.
Übung 3 ist auch perfekt um sein Gehör zu trainieren: Es ist wie beim Stimmen einer Violine, wo man sich langsam an die gewünschte Frequenz rantastet. Im Russland der 50′ Jahre wurde das Theremin deshalb auch zur Gehörbildung bei Kindern eingesetzt.
Das Theremin ist ein junges Instrument, knapp 100 Jahre alt. Und obwohl in den 20′/30′ Jahren klassische Komponisten wie Messiaen oder Robert Schilling Stücke für Theremin schrieben, gab es kaum Interpreten, welche diesen Anforderungen (nach Noten zu spielen u.a.) gewachsen waren. Eine der wenigen war Clara Rockmoore, welche auch Chrysler sehr inspirierte. In den 50′ Jahren kam es zu einer Neuentdeckung des Instrumentes, jedoch vorallem im noising und science-fiction Bereich. Dorit Chrysler bemerkte, dass man die Möglichkeiten des Instrumentes bis heute nicht vollständig kenne und wünscht sich deshalb zeitgenössische Komponisten, welche diese mit neuen Kompositionen ausloten. In diesem Fall müsste man auch die klassische Notenschreibweise ergänzen, um alle Qualitäten des Theremins einzubeziehen.
Zum Schluss noch ein Tipp für ein Partyspiel by Dorit Chrysler: Melodien erraten auf dem Theremin. Dies ist vorallem interessant wenn diese von Leuten gespielt werden, welche keine Ahnung vom Instrument haben!
Fleissig wurde heute gebastelt und zusammengebracht was so noch nie zusammengehörte: Der vom Atelier recycling@rt organisierte Kinderworkshop des Shift Festivals brachte die Fantasie vieler kleinen Köpfe zum Brodeln. Aus alten Tastaturen, Leiterplatten, Kabeln und anderen ausgedienten elektronischen Bauteilen entstanden einzigartige technoide Fantasiegestalten mit riesigen Lampenaugen und drahtigen Haaren. Wäre das unten abgebildete Wesen nicht die perfekte Protagonistin für eine Neuinterpretation von Pippi Langstrumpf als Animationsfilm?
Wir haben gerade ein kleines Problem…wo sind bloss die Forellen hin? Unsere Meisterin der kleinen Anrichtungen Annegret sucht sie seit etwa zehn Minuten. Bruno, einer unser Meisterköche, sollte sie filetieren – nun zählt er die gestrigen Ausgaben zusammen und wartet auf seinen Einsatz. Silvio, einer der zwei Küchenelfen, sah die grauen, grossen Fische noch vor kurzem links neben sich auf dem Tisch. Während Annegret weiterhin die Spuren der verschwundenen Fische verfolgt und Leute befragt … streifen uns fragende Blicke seitens der Servicecrew – wie kann man bloss Fische verlegen? Tja liebe Damen, uns ist das auch ein Rätsel, vor allem weil unsere Küche gerade super aufgeräumt wurde. Wer weiss, vielleicht tauchen die Schuppentiere wieder in der Hexenschaukel auf – man kann es nie sagen,bei solchen Magieanlässen.
Eva Carrière materialisiert Ektoplasma (1912). Foto: Baron Freiherr Albert von Schrenck-Notzing
“Medium”; anfangs des letzten Jahrhunderts verstand man unter diesem Begriff vorwiegend Mensch-Medien, welche in spiritistischen Sitzungen Geister bzw. Teile davon materialisierten oder sonstwie mit Parallelwelten kommunizierten. Eva C. (Carrière) war ein solches Medium. Ihre Grosseltern waren bereits praktizierende Spiritisten und als diese das Talent ihrer Enkelin “entdeckten” (bis heute ein kontroverses Thema) begannen sie mit Experimenten und machten Eva C. zu ihrem Versuchstierchen. Ihre Karriere liesst sich eher wie ein Leidensweg. “Experten” und Universitäten befassten sich mit ihr. Immer auf der Suche nach wissenschaftlichen Erklärungen wurde Eva C. ihres Körpers beraubt, und musste neben den sicherlich belastenden Séancen auch verschiedenste, teilweise degradierende medizinische Tests ertragen. Baron Freiherr Albert von Schrenck-Notzing dokumentierte akribisch in Wort und Bild über hundert der von Eva C. abgehaltenen Sitzungen und publizierte diese in seinem Buch Phenomena of Materialization.
Die Künstlerin Zoe Beloff, Algerierin wie auch Eva C., lässt in ihrer stereoskopischen 4-Kanalvideoinstallation 10 dieser von Eva C. bestrittenen Séancen wiederauferstehen. Ausgestattet mit 3-D Brille steht der Betrachter schwarz-weissen Geistern und Geistersehern aus einer andern Zeit gegenüber. Geschichten welche um die Welt gingen und sowie Wissenschaftler als auch Magier gleichzeitig in ihren Bann schlugen.
Standbild aus The ideoplastic materializations of Eva C. von Zoe Beloff (2004)
Um elf Uhr glich die Menschenmasse auf dem Festivalgelände eher einer Gruppe Eingeschworener. Gegenseitiges grüssen, ein Morgen-seufzer vom Ausstellungsbewacher, ein mildes müdes Lächeln vom Informationsbüro und der beste aller Chefs mit der ersten Anweisung: ” Mach dir Kaffee und iss etwas.”
Glücklicherweise schenkte uns die Zeitverschiebung ein bisschen mehr Schlaf. Für die heutige Alltagsfrage “Wann warst du im Bett?” hört man von überall die Gegenfrage “Nach alter oder neuer Zeit?” Eigentlich auch egal, hauptsache die Kaffeemaschine gibt heute ihren Geist nicht auf, sie kränkelt nämlich seit vier Uhr morgens ein wenig.
Was soll man nur mit einem verregneten Sonntag Nachmittag anfangen?
Hier ein Tip: Wer die neuste Professorin des Instiuts für Medienwissenschaften der Uni Basel noch nicht kennt, kann dies mit einem Besuch ihres Vortrages heute um 12.30 ändern! Frau Prof. Dr. Ute Holl eröffnet den letzten Tag der Konferenz mit einem Vortrag über die kultuerdeterminierenden Zusammenhänge zwischen Gesetz und Bild, Gesetzlichkeit und Bildlichkeit.
Wen es interessiert: Ab ins Schaulager!
Um ein Uhr morgens funktioniert alles ein wenig anders. Der Helferraum füllt sich mit müden Leuten, die einfach noch nicht den Nachhause weg antreten wollen, man spricht vom Einsatz am Sonntag und berechnet die Schlafeszeit.
Nun bringt die Uhrzeit so einige schräge Sachen mit sich…während ein Blogger in aller Stille eine Bananenschale bekritzelt, schreiben andere Küchenarbeiter an die Wände. Anscheinend hat die Uhrzeit doch etwas philosophisches – mit der Wiedergabe des letzten Küchengedichts verabschiede ich mich, bis morgen.
Zwei Kutschen rutschen
Fräulein fahren Sie mit mir ans Meer?
Ja,sehr.
Gestern haben uns Kieran “Fourtet” Hebden und Steve Reid mit ihrer Präsenz beehrt. Reid, der seinerzeit schon mit Miles Davis und James Brown spielte, steht nun mit dem jungen Hebden auf der Bühne. Wie Vater und Sohn meistern sie ihr Projekt. Hebden, dauernd auf Reid schauend, der den Takt angibt, erweitert die humane Drummachine mit elektrischen Unter- und Übertönen. Zusammen ergibt sich eine Symbiose aus Rhythmus und elektro-sphärischen Tönen. Schön fürs Ohr, schön fürs Aug. Oder wie Reid im Gespräch mit uns ausdrückte, “It’s like making sex”. Ein langes Vorspiel, das sich langsam orgasmisch hocharbeitet.
Auch in den Gesichtern der Protagonisten dieses Schauspiels lässt sich die Freude am Machen ablesen. Visagierte Emotionen spiegelten sich in Reid, Hebden mimte eher den Jünger auf der Reise ins Wer-Weiss-Wohin. Doch sieht selbst:








